Die unsinnige Diskussion über Burkaverbot, Doppelpass und Waffengesetze

Da wird mal wieder über Anti-Terror-Maasnahmen diskutiert.
#doppelteStaatsbuergerschaft #Burkaverbot #Waffengesetze und ähnlich uneffiktive Staatisten-Übersprungshandlungen.

Der folgende Artikel aus der Welt hat mich quasi gezwungen auch meinen Senf hinzuzugeben:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article157661909/Doch-die-Burka-passt-in-eine-liberale-Demokratie.html

Also: Ein Burka-Verbot ist tatsächlich absurd. Erzwungene Burka-Toleranz aber ebenso.

Das ist mit vielen Dingen so.

Intoleranz ist das einzige nichtaggressive Mittel um Dinge zu “strafen”, die man ganz persönlich nicht gut findet. Jeder einzelne sollte hier sein “Hausrecht” wahren dürfen.

Wenn ich ein Schwimmbad hätte und draußen ein Burkiniverbotsschild aufhänge, dann stehen dahinter in der Regel wirtschaftliche Überlegungen. Gäste könnten sich gestört fühlen. DAS sollte auch keiner verbieten! Gäste die ein solches Verbot nicht tolerieren wollen, können woanders hingehen oder das Bad boykottieren. “Gesellschaft” kann das ohne Gebote und Verbote regeln.

Wenn es genügend Nachfrage nach Burkinischwimmbädern gibt, wird sich sicher jemand finden, der ein reines Frauenschwimmbad oder ein Burkinischwimmbad oder eben banal einen Burkinitag anbietet. “Gesellschaft” kann das ohne Gebote und Verbote regeln.

Wenn ich eine Sauna betreibe gilt ein Nackheitsgebot. Wer sich nicht daran hält, der eckt an, wird “intolerant” behandelt. ZURECHT! “Gesellschaft” kann das ohne Gebote und Verbote regeln.

Zurück zum Ausleben von Religiosität: Wenn ich als glühender Anhänger der Kirche des fliegenden Spagettimonsters mit einem Nudelsieb auf dem Kopf in die Öffentlichkeit trete, dann will ich in dieser Entscheidung frei sein. In dieser Öffentlichkeit muss ich aber mit Lachen und Intoleranz rechnen und zuletzt mit Ausgrenzung zurechtkommen. “Gesellschaft” kann das ohne Gebote und Verbote regeln.

Wenn ich als streng christlicher Konditor die Entscheidung treffe für ein schwules Pärchen keine Hochzeitstorte zu backen, schade ich mir doch in erster Linie selber. Ein Toleranzgesetz hier ist genauso Wahnsinn wie ein Verbot der Homo-Ehe. Ein anderer Konditor wird die Aufgabe gern erledigen. Das schwule Paar muss mit seiner Entscheidung leben, öffentlich ihre Anlagen auszuleben, der Konditor muss mit seiner Entscheidung leben, erstens kein Geschäft gemacht zu haben und zweitens wohl viele Kunden zu verlieren (und Schwule sind in der Regel sehr kaufkräftiges Klientel). Man könnte dieses Beispiel in seiner Absurdität auf die Spitze treiben und fragen inwieweit ein jüdischer Konditor eine offensichtlich nationalsozialistische Torte (aber noch im Rahmen der Legalität) verweigern dürfte. Jeder hätte (zurecht) Verständnis dafür…
“Gesellschaft” kann das ohne Gebote und Verbote regeln.

Jeder sollte die Wahl haben sich zu verhalten, zu kleiden, zu leben wie er möchte. Bei dieser Wahl muss man sich aber der Konsequenzen bewußt sein und nicht jammern wenn man aufgrund seiner Entscheidung anders / schlechter / ungerechter behandelt wird. Das kann die “Gesellschaft” nicht richten, nur jeder für sich selbst.

Das Gleiche gilt aber auch für Toleranz. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen wieviel Toleranz er für was aufbringen kann. Toleranzverhalten ändert sich nur über Fakten und Informationen, nie über Gebote und Verbote.
Auch hier hilft die Gedankenstütze, daß jemand der tolerant oder eben intolerant ist gegenüber welchem Gebaren, Gebräuchen und Sitten auch immer mit den Konsequenzen seiner Entscheidung leben muss. Auch hier ist dies nicht wirklich eine kollektive Entscheidung sondern eine sehr Persönliche.

Ich wünsche mir, daß sich das Kollektiv aus meinen Entscheidungen heraushält, solange ich niemanden körperlich verletze. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür nehme ich allzugerne gesellschaftliche Ächtung in Kauf. In dem Moment wo jemand zu etwas gezwungen wird, oder gar körperlich verletzt wird, dann muss man genau hinschauen, dann muss man hinterfragen und dann ist es Aufgabe der Gesellschaft, dies zu regeln und zwar völlig und kompromisslos intolerant!

Zusammengefasst mit den Worten des großartigen Roland Baader:
“Das einzig wahre Menschenrecht ist das Recht, in Ruhe gelassen zu werden” – Roland Baader (1940 – 2012)

PS: über Waffen und doppelte Staatsbürgerschaft werde ich dann später mal schreiben, sonst ufern die Texte zu sehr aus!

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